Lirim Zendeli: „Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt“

 

Bis zum letzten Wochenende war die traditionsreiche Rennstrecke von Silverstone noch unbekanntes Terrain für den Bochumer Lirim Zendeli. Doch das sollte sich für den Sauber-Junior-Piloten beim vierten Lauf der FIA Formel-3 ändern. „Silverstone ist schon etwas ganz Besonderes. An jeder Ecke spürst du die Geschichte des Motorsports. Es war mir ein großes Vergnügen, hier an den Start gehen zu dürfen“, so der 19-Jährige.

Welchen Schwierigkeitsgrad die 5.900 Meter für ihn bereit hielt, fasst Lirim Zendeli wie folgt zusammen: „Auch wenn ich mich theoretisch sehr akribisch auf meine Aufgabe vorbereitet habe, so musste ich mir an diesem Wochenende eingestehen, dass da noch einiges auf mich zu kommt. Silverstone ist alles andere als einfach zu fahren. Hier kommt es eindeutig darauf an, dass du sehr gute Streckenkenntnisse hast und das dein Timing stimmt.“

Setzte der Sauber-Junior-Pilot noch im ersten freien Training mit Platz fünf ein riesiges Ausrufezeichen, so wurden all seine Erwartungen mit Platz 17 im Zeittraining zu Nichte gemacht. „Obwohl ich meine Rundenzeit um eine knappe Sekunde im Zeittraining steigern konnte, hatte ich das Gefühl, dass mein Timing nicht ganz passt. Ich hätte da noch mehr Zeit raus holen können. Doch das ist eindeutig eine Frage der Erfahrung auf diesem Rundkurs“, analysiert der Youngster die Situation.

Die Gesetze im Rennen sehen jedoch ganz anders aus. Wieder einmal zeigte Lirim Zendeli sein Können. „Ich habe in Rennen die Gabe, die Situation gut einschätzen zu können – und keine überstürzten Manöver zu starten. Stattdessen lautet mein Credo: Lieber Lernen, Taktieren und im richtigen Moment das Überholmanöver starten. Diesmal habe ich wieder viel dazu gelernt. Wenn du schneller bis als dein Vordermann, bedeutet das nicht automatisch, dass du ihn einfach überholen kannst. Denn aufgrund der schnellen Kurvenkombinationen verlierst du in Silverstone als Hintermann sehr viel downforce (Anpressdruck – mechanischer Grip) – attackieren ist also sehr schwierig. Bis jetzt wusste ich von dem Phänomen mit dem downforce nur in der Theorie. Doch es nun selber zu spüren, war eine ganz neue Erfahrung für mich“, erklärt Lirim Zendeli. 

Nach Platz 15 in seinem ersten Rennen stellte der Sauber-Junior-Pilot seinen Formel-3-Boliden im zweiten Rennen auf Platz neun ab. Anschließend sagt Zendeli dazu: „Ich fand immer besser zu meinem Rhythmus und konnte das Gelernte immer besser umsetzen. Das Rennen war einfach grandios. Das hat mir großen Spaß gemacht. Dafür möchte ich mich bei jedem Einzelnen im Team, meinen Partnern sowie meinen Eltern bedanken. Ich kann es nicht erwarten, dass es nun zum Hungaroring geht. Auch wenn ich mit Platz neun es nur um Haaresbreite verpasst habe weitere Punkte für die Meisterschaft mit zu nehmen, so bin ich mit Platz 16 im Gesamtklassement nach nur vier Rennen mehr als zu frieden“.

 

 

Lirim Zendeli: “You never know how things turn out“

Until last weekend the race track in Silverstone was completely unknown territory for Bochumer Lirim Zendeli. But things changed for the Sauber Junior pilot with the fourth race weekend of FIA Formula 3. “Silverstone is totally special. You can feel the history of motorsports everywhere. It was a real pleasure to be starting here“, the 19-year-old says thankfully. 

Lirim sumps up his experience with the difficult 5.900 meters route in the following words: “I did prepare myself meticulously, but I could see last weekend that there is still plenty I need to work on. Silverstone isn’t easy to drive. It is way more important to know the track and have the right timing.“

The Sauber Junior-Pilot managed to be on the fifth place in the first free practice – which was a huge success and a sign for his opponents. But then he only landed on the 17th place at time practice, and all his expectations were crushed. “Even though my lap time was almost a second faster, I was under the impression that my timing was off. I could have gotten better time results. But that is definitely a question of experience in Silverstone“, the youngster analyzes. 

But when it was time for the actual race Lirim again was able to show his talent. “I have the gift to judge a situation appropriately – which keeps me from doing rushed maneuvers. Instead, my credo is: “Learn, use clever tactics and then overtake in the right moment. I have learned a lot this weekend. Just because you are faster than the man before you that does not mean you can overtake him easily. Thanks to the fast curve combinations in Silverstone, you lose a lot of your downforce when you drive behind someone. That is what makes is difficult to attack. Until that race, I have only heard of this phenomena about downforce. To feel it for yourself is a whole new experience for me“, Lirim Zendeli explains.

After position 15 in the first race, the Sauber Junior pilot ended the second race at 9th place. After that Zendeli says: “With time I found my rhythm again and I could implement what I have learned in a better way. The second race was really amazing and a lot of fun. I really want to thank each and every one of my team, my partners, and my parents. I cannot wait for Hungaroring to happen next. I was so close to collect more points in the championship with my 9th place. So far, I didn’t reach my goals. I want to show what I am capable of in Budapest.“

 

 

Photocredit: @dutchphotoagency


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